Wertekonferenz 2021

„Zeig mir dein Bild, damit ich dich lerne“
von der kulturellen Kraft des Religiösen


„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen,
die er selbst nicht garantieren kann.“

Ernst-Wolfgang Böckenförde

„Zeig mir dein Bild, damit ich dich lerne“
von der kulturellen Kraft des Religiösen



Aus Anlass des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wollen wir uns auf der 13. Wertekonferenz mit der kulturellen Bedeutung des Religiösen beschäftigen.

„Der freiheitliche Staat kann die moralische Substanz seiner Bürger zwar stützen und fördern, aber nicht von sich aus schaffen oder garantieren. Denn wenn er den Bürgern einen Ethos und moralische Bekenntnisse mit seinen hoheitlichen Methoden aufzuerlegen und zu erzwingen sucht, dann ist er kein freiheitlicher Staat mehr“ (Ernst-Wolfgang Böckenförde). Das leisten – nicht nur, aber wesentlich – die Religionen, die als bedeutende zivilgesellschaftliche Kräfte das gesellschaftliche Miteinander prägen.

Darüber wollen wir auf der Wertekonferenz miteinander reden, insbesondere mit Blick auf Fortbestand und Weiterentwicklung unserer Wertegemeinschaft in der gegenwärtigen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Wir wollen anknüpfen an ein Zitat von Felix Nussbaum, dem 1904 in Osnabrück geborenen, 1944 in Auschwitz ermordeten jüdischen Maler, von dem die dringende Bitte überliefert ist: „Wenn ich untergehe, lasst meine Bilder nicht sterben. Zeigt sie den Menschen.“

Bilder erzählen Geschichten, prägen sich ein, bilden Haltungen aus – gerade in der neuen digitalen Medienepoche. Unsere Gesellschaft lebt davon, dass Menschen sich mit ihrer Geschichte, ihrer Weltsicht einbringen. Nicht zuletzt das Menschenbild ist für die Wertebildung in unserer Gesellschaft von entscheidender Bedeutung. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, postuliert das Grundgesetz. Die jüdische und christliche Tradition spricht davon, dass der Mensch als „Bild Gottes“ erschaffen wurde (Gen. 1,27), und die islamische Tradition weiß: Gott hat dem Menschen „seinen Geist eingehaucht“ (Sure 32,9).

In Impulsvorträgen stellen Angehörige der drei großen monotheistischen Religionen Bilder vor, die ihnen wichtig sind und ihre jeweilige religiöse Identität, ihre Weltsicht und ihr Menschenbild ausdrücken: Tuğba Durukan, Künstlerin an der Kunstakademie Münster, Dr. Holger Kempkens, Direktor des Erzbischöflichen Diözesanmuseums, und Dr. Uri Robert Kaufmann, Leiter des Museums Alte Synagoge in Essen.

Das anschließende Gespräch über Fortbestand und Weiterentwicklung unserer Wertegemeinschaft in der digitalen Medienepoche und der terrestrischen Klimakrise wird von Prof. Dr. Stefanie Lieb, Kunstwissenschaftlerin und Studienleiterin der Katholischen Akademie moderiert.

Speaker*innen


Tuğba Durukan

Tuğba Durukan ist eine junge Künstlerin und studiert seit 2015 Freie Kunst an der Kunstakademie Münster sowie Germanistik und Islamische Religionslehrer an der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster. Die Wahrnehmung und Übersetzung vom Islam in der westlichen Welt ist ein zentrales Thema ihrer Arbeit. 2021 hat Tuğba Durukan den Förderpreis der Freunde in der Kunstakademie Münster erhalten.


Dr. Holger Kempkens

Dr. Holger Kempkens ist Leiter des Erzbischöflichen Diözesanmuseums Paderborn und des Teams Kunst im Erzbistum. Zuvor war er Leiter des Diözesanmuseums Bamberg, Lehrbeauftragter an der Otto-Friedrich-Universität und hat bei verschiedensten Ausstellungsprojekten in Nordrhein-Westfalen mitgewirkt.


Dr. Uri Kaufmann

Dr. Uri Kaufmann leitet seit September 2011 die Alte Synagoge in Essen. Davor war er Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und entwickelte Konzepte für das Jüdische Museum in Berlin.

Termin/Ort


Kath. Akademie Schwerte
Foto: © Kath. Akademie Schwerte

8. November 2021 | 18 Uhr

Kath. Akademie Schwerte
Bergerhofweg 24
D-58239 Schwerte

Die Wertekonferenz ...



… ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung, die von verschiedenen regionalen Stakeholdern (Kirchen – vertreten durch die Kath. Akademie Schwerte, mittelständischen Unternehmen – vertreten durch den Unternehmensverband Westfalen-Mitte, Vertreter*innen der Hochschulen sowie der Bezirksregierung Arnsberg) getragen und unterstützt wird.

… hat das Ziel, aus der Zukunft heraus zu denken und damit Orientierung anzubieten, um neue Haltungen, Ideen und Organisationsformen anzuregen. Insbesondere durch die Veränderungen aufgrund der diesjährigen Corona-Pandemie, aber auch aufgrund von Populismus und sich überschneidender destabilisierender Probleme (wie Klimawandel, Automatisierung der Produktionsprozesse, Renationalisierung) bedarf es neuer Orientierung und eines damit verbundenen Willens zur Zukunft, der Imaginationsschwäche und Negativismus überwinden hilft und gesellschaftliche und politische Vorstellungskraft stärkt.

… dient durch Begegnung und Austausch von Akteur*innen der Verknüpfung der Teilregionen im Regierungsbezirk Arnsberg – bestehend aus Südwestfalen (Sauer- und Siegerland) und östliches Ruhrgebiet (Dortmund, Bochum u.a.).

Fotos der Wertekonferenz 2019